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Vorlesung: Silicatchemie

8. Gerüst(Tecto)-Silicate

8.9. Zeolithe


8.9.1. Übersicht, Einteilung der Zeolithe

Die Zeolithe weisen im Unterschied zu Feldspäten ein geringeres Al/Si-Verhältnis auf. Es gibt auch Verbindungen, die praktisch Aluminium-frei sind. Z.B. ist der sogenannte Silicallit, ein Aluminium-freier ZSM-5. Durch den geringen Aluminiumgehalt sind deutlich weniger Kationen/Tetraederzentrum vorhanden. Diese Kationen sind meist hydratisiert, so daß die Zeolithe entwässert werden können. Synthetische Zeolithe werden durch spezielle Kationen (z.B. Alkylamine) in den Kanälen stabilisiert. Die Gruppe der Zeolithe besteht aus sehr vielen verschiedenen Strukturtypen. Sie können nach den unterschiedlichen Tunnelsystemen eingeteilt werden in:
  1. Zeolithe mit eindimensionalen Kanäle (Faserzeolithe)
  2. Zeolithe mit zweidimenensionalen Kanalsystemen (lamellare Zeolithe)
  3. Zeolithe mit dreidimensionalen Kanalsystemen (z.B. Würfelzeolithe, Pentasile)
Nach Nomenklatur und Vorkommen können auch natürliche Zeolithe (Si:Al-Verhältnis (Modul) von 1:1 bis 1:5) von den synthetischen Verbindungen, die fast ohne Aluminium dargestellt werden können, unterschieden werden.

Bei den natürlichen Zeolithe gibt es verschiedene Gruppen:

Die technologische Einteilung der Zeolithe erfolgt nach Porengrößen und vorhandenen Kanalsystemen.

8.9.2. Strukturchemie

Die Strukturen der Zeolithe lassen sich am einfachsten nach den Kanalsystemen in Faser (1-dim.), lamellare (2-dim.) und Würfelzeolithe/Pentasile (3-dim. Kanalsystem) einteilen. Zu jedem werden jeweils die einfachsten und bekanntesten Beispiele genannt:

Abb. 8.9.4. Thomsonit (Si-Teilverband) VRML Abb. 8.9.5. Phillipsit (Si-Teilverband) VRML

Abb. 8.9.15. Si-Verband im ZSM-5 VRML

Abb. 8.9.16. Kanalsystem im ZSM-5

8.9.3. Synthese

Die Synthese von Zeolithen kann auf drei Wegen erfolgen:
  1. Reinigen von natürlichem Zeolith durch Auswaschen mit Wasser oder mit Salzlösungen bei verschiedenem pH-Werten.
  2. Rekristallisation des natürlichen Materials in konzentrierten Salzlösungen (hydrothermal)
  3. direkte Synthese aus Alkalialuminat, Alkalisilicate und amorphem SiO2 unter hydrothermalen Bedingungen. Hierbei kann nicht nur über die Template, sondern auch über die Temperatur die Art der gebildeten Kanalsysteme gesteuert werden. Bei niedrigen Temperaturen (ca. 50oC) werden lockerere Strukturen, bei 350 oC dichtere Packungen ausgebildet.

8.9.4. Verwendung von Zeolithen

Zeolithe finden Verwendung als
  1. Ionenaustauscher (Waschmittel, Molsieb)
  2. sauere, formselektive Katalysatoren, wobei die Formselektivität unterschiedliche Ursachen haben kann: Typische Reaktionen sind z.B.:

8.9.5. Natürliche Zeolithe (Links)

Links zu Mineralogie (M) und Bilder (B) natürlicher Zeolithe (in alphabetischer Reihenfolge): ( Übersicht Zeolithe).

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