Vorlesung Chemie der Metalle
4.Triele (3. Hauptgruppe, Erdmetalle, Bor-Gruppe: Al, Ga, In, Tl)
4.2. Elementare Metalle
Zur Darstellung der Elemente:
- Zur Darstellung von Aluminium wird im wesentlichen eine
Elektrolyse von Al2O3 in geschmolzenem Kryolith Na3AlF6
durchgeführt, wobei das Al2O3 aus Bauxit AlO(OH) hergestellt wird.
Da natürliche Aluminium-Quellen bis zu 30% Fe2O3 bzw. SiO2
enthalten, verläuft die Aluminiumherstellung in zwei Schritten, der Gewinnung des reinen Oxids
und der eigentlichen Schmelzflußelektrolyse:
- Zur Herstellung des reinen Oxids können zwei verschiedene Aufschlußverfahren
verwendet werden:
- Der sog. nasse Aufschluß, auch Bayer-Verfahren genannt,
ist heute das Hauptverfahren. Dabei können nur Kieselsäure-arme Bauxite eingesetzt werden
(s.u.). Bei diesem Aufschlußverfahren wird die Gleichgewichtslage ausgenutzt:
Al(OH)3 + NaOH ---> Na[Al(OH)4]
Fe(OH)3 + NaOH <--- Na[Fe(OH)4]
mit anderen Worten: Aluminiumhydroxid kann aufgrund der amphoteren Eigenschaften
im Alkalischen gelöst werden. Technisch sind damit folgende Teilschritte
notwendig:
- Der eigentliche Aufschluß wird in einem Autoklaven mit 35 %-iger NaOH
bei 5 bis 7 bar und 150 oC durchgeführt. Dabei bleibt
schwerlöslicher 'Rotschlamm', eine Mischung aus
Fe(OH)3 und Na2[Al2SiO6] . 2 H2O
(Al-Verlust bei Anwesenheit von Kieselsäure) zurück, Aluminium geht entsprechend
der obigen Gleichung als Hydroxokomplex in Lösung.
- Abfiltrieren des Rotschlamms
- Rückreaktion zum Hydroxid entweder durch
- Verdünnung
- Temperaturerniedrigung und Entspannung (z.B. auf 60 oC und Normaldruck)
- Zusatz von Kristallisationskeimen (Hydragillit bzw. Bayerit)
- Brennen bei 1400oC im Drehrohrofen
- Beim heute kaum noch verwendeten trockenen Aufschluß wird ebenfalls
der amphotere Charakter von Al2O3 ausgenutzt. Die
Gesamtreaktion ist hier:
Al2O3 + Na2CO3 --> 2 NaAlO2 + CO2
Die Teilschritte:
- Eisenhaltiger Bauxit wird in einer Na2CO3-Schmelze
aufgeschlossen. Produkte dieses Prozesses sind NaAlO2 und NaFeO2.
- Der Schmelzkuchen wird mit H2O versetzt:
NaAlO2 + 2 H2O ---> Na[Al(OH)4] (löslich)
NaFeO2 + H2O ---> Fe(OH)3 (unlöslich)
und
- das unlösliche Fe(OH)3 abfiltriert.
- Nach Ausfällen mit CO2 und anschließendem Glühen des Hydroxids
entsteht reiner Korund:
Na[Al(OH)4] + CO2 ---> Al(OH)3 ---> Al2O3
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| 4.2.1. Al-Herstellung nach Heroult I |
4.2.2. Al-Herstellung, historisch II |
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Die Schmelzflußelektrolyse (nach Heroult und Hall, 1886, s. Abb. 4.2.1. und 4.2.2.) wird aus einer
eutektischen Mischung von Al2O3 mit 80% Kryolith Na3AlF6
unter Zugabe weiterer Zusätze wie CaF2, LiF und AlF3 durchgeführt.
Diese eutektische Mischung (Schema in Abb. 4.2.3. in rosa) hat einen Schmelzpunkt von 935 oC und eine Dichte von
2.15 g/cm3, d.h. das Aluminium-Metall (Abb. 4.2.3. in gelb) ist etwas schwerer als
die Schmelze (Dichte 2.35 g/cm3 bei 900 oC).
In eine Eisenblechwanne, die mit Kohleblöcken als Kathode unten und an den Seiten
ausgekleidet ist, sind als Anode geschaltete Kohleblöcke,
die während der 'Elektrolyse' abbrennen, eingetaucht.
Die Bruttoreaktion ist:
Al2O3 + 3 C ---> 2 Al + 3 CO
Gearbeitet wird bei einem Stromfluß von ca. 10 000 bis 30 000 A
und einer Badspannung von 5 V. Theoretisch wären zwar nur 2.2 V
erforderlich, die zusätzlich zugeführte Energie dient dazu, das Bad flüssig zu halten.
Al2O3 wird kontinuierlich nachgefüllt, das Aluminium
wird alle ein bis zwei Tage abgestochen.
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| Abb. 4.2.3. Aluminium-Herstellung (schematisch)
‣SVG
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Der Gesamtverbrauch pro t Al liegt bei
- 4 t Bauxit,
- 0.5 t Kohle,
- 4 kg Kryolith und
- 15 000 kWh Strom.
Damit ist unmittelbar klar, dass Al-Recycling sehr sinnvoll ist, da nur 5% des Energieaufwands
der Neudarstellung zur Aufarbeitung aufgewendet werden müssen.
Mit der Entwicklung des Herstellungsverfahrens haben sich die Preise von Aluminium
extrem verändert:
- 1852: 1000 Dollar/kg
- 1895: 1.1 Dollar/kg
- 1964: 0.5 Dollar/kg
- heute 1 Euro/kg (mit aktuell gerade heftigen Schwankungen)
- Gallium entsteht als Nebenprodukt der Bauxit-Aufarbeitung und
kann durch Elektrolye des Hydroxids gewonnen werden.
- Indium und Thalliums werden aus den Röstgasen
von Pb-, Zn-, Fe- und Cu-Sulfiden gewonnen.
Strukturen der Elemente
- Aluminium kristallisiert in der kubisch
dichtesten Kugelpackung (f.c.c., CN=12).
- Gallium hat nicht nur besondere Eigenschaften, sondern auch
eine besondere Struktur (s.a. hier):
In der Struktur ist jedes Ga-Atom von sieben anderen Atomen koordiniert, wobei ein Nachbar
jedoch sehr nah ist, so dass - ähnlich wie bei Quecksilber - bereits im
Festkörper eine Art Hantelbildung vorliegt.
Gallium schmilzt dadurch, wie z.B. auch Wasser, unter einer Volumenkontraktion von 3.4%.
- Indium kristallisiert in einer tetragonal verzerrten f.c.c.-Struktur.
Die Verzerrung bewirkt, dass vier nahe und acht weiter entfernte Nachbarn vorliegen
(s.a. hier).
- Thallium bildet die hexagonal dichteste Kugelpackung
(h.c.p.) mit der Koordinationszahl 12.
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| 4.2.4. Aluminium |
4.4.5. Gallium |
4.4.6. Indium |
Eigenschaften und Verwendung
Externe Links zum Aluminium